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Dieses Grundgesetz, das nach Vollendung der Einheit und Freiheit Deutschlands für das gesamte deutsche Volk gilt, verliert seine Gültigkeit an dem Tage, an dem eine Verfassung in Kraft tritt, die von dem deutschen Volke in freier Entscheidung beschlossen worden ist.
Artikel 146, GG

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Gerd-Lothar Reschke:
Selbsterkenntnis und die Erfahrung der Leere.
Logbuch 3.2006 – 12.2006


Engelsdorfer Verlag,
606 Seiten, 28,00 Euro,
ISBN 978-3-86703-016-8

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Der Verteilungskampf hat begonnen

Die Diskussionen um Hartz-IV-Empfänger waren nur ein Vorgeplänkel. Auch die Frage des Griechenland-Bailouts ist nur ein Vorgeplänkel. Die Einzahler der EU wären bekanntlich durchaus imstande, die griechischen Schulden zu übernehmen. Aber bei beiden Themen macht sich bereits langsam bemerkbar, daß es im Grunde um Verteilungskämpfe geht, genauer: um Umverteilung derer, die noch etwas haben, zu denen, die nichts mehr haben. Politiker und Mainstreammedien erzeugen immer noch den Eindruck, dies laufe jeweils in einem isolierten Rahmen ab: Faulheit oder Arbeitsbereitschaft der Sozialempfänger, Reich gegen Arm, Lebensstil der anderen europäischen Völker, Norden gegen Süden, Arbeitsdisziplin gegen Lebensgenuß, mehr oder weniger Zusammenhalt und Solidarität unter den Europäern usw.

Dann wird es weitergehen: Größere Staaten kommen dazu: Spanien, Portugal, Italien. Immer mehr Schulden, immer mehr erbitterte Diskussionen, immer mehr politische Intrigen, während die Medien sich am Plus der Aufmerksamkeit laben und fleißig ihre hohlen, nichtssagenden Schlagzeilen verkaufen. Wieder Verteilungskämpfe, wieder wird mit Millionen, Milliarden und Billionen jongliert, wieder geht es darum, wer den anderen finanziell am Leben erhält. Wieder die Fragen nach Kultur, Gerechtigkeit, Lebensstil, Berechtigung oder Nichtberechtigung von Ansprüchen.

Dann rückt es uns näher: Da die Schulden nicht mehr bezahlt werden können, inflationieren die Währungen mit erhöhter Geschwindigkeit. Der gemeine Bürger wird um den Lohn seiner Arbeit geprellt, seine Ersparnisse schwinden dahin. Während die Politiker die Milliarden und Billionen (die gar nicht vorhanden sind, außer als Schuld) hin und herschieben, rückt den Bürgern die Armut auf den Pelz; sie bekommen es mit der Angst zu tun, werden aggressiv, schließlich destruktiv.

Ich vermute, daß die allermeisten, selbst bis zum Schluß und darüber hinaus, nicht verstehen werden, warum das alles passiert und was der eigentliche Grund ist. Der Grund ist der Fehler im Geldsystem, wie ich ihn hier auf diesen Webseiten aufzuschlüsseln versucht habe (siehe linke Spalte der Hauptseite) — und der natürlich kein Fehler ist, sondern Absicht, eben Absicht jener, zu denen hin all die beschriebenen Umverteilungen stattfinden werden. Es ist, wie wenn man aus einem Raum, in dem sich viele Menschen aufhalten, nach und nach den Sauerstoff absaugt. Es gibt immer welche, deren Zustand als erster kritisch werden wird, und es wird nach und nach auch Kämpfe um den besten Platz im Raum geben: die Stärkeren werden sich die besseren Stellen aussuchen und die Schwächeren werden an den schlechteren Stellen landen, und dann werden die Schwächeren versuchen, sich doch noch einen besseren Platz zu erkämpfen. Der Druck steigt, und je mehr er in Panik umschlägt, desto eher wird es zu Gewaltausbrüchen kommen.

Das ist alles zwangsläufig, weil es eine gesetzmäßige Reaktion auf das zugrundeliegende Umverteilungskonstrukt, also hier: unser Geldsystem, darstellt. Die Menschen, die in dem Raum verzweifelt um ihr Überleben kämpfen, wissen gar nicht, was außerhalb des Raumes geschieht: daß ihnen da einer Sauerstoff entzieht. Sie verstehen den Hintergrund, den eigentlichen Anlaß und Sinn ihrer Misere nicht einmal in Ansätzen. Daß es da noch andere Menschen geben könnte, die solch ein perfides Spiel mit ihnen treiben und sich dabei noch selbst bereichern und bloß an ihrem eigenen unendlich steigenden Wohlstand interessiert sind, wissen sie nicht. Ja, sie können es sich wohl auch gar nicht vorstellen, daß es derart rücksichtslose, niederträchtige Fädenzieher geben könnte. Aber ja, es ist ein System, und wenn das System erstmal so läuft, wie es konstruiert ist, dann läuft es wie ein Perpetuum mobile immer weiter; da wird nicht mehr nach einzelnen gefragt und ob die da noch etwas ändern können oder wollen. Wem es aus dem System heraus gut geht, der wird auch keinen zwingenden Impuls verspüren, auf seinen Vorteil zu verzichten, wo das System doch dann ganz einfach ohne ihn weiterläuft?

Nun werden also die Bailouts, die den Grundmechanismus dieses Systems konstituieren, immer weitergehen und immer größer werden. Wenn die Staaten einander nicht mehr helfen können, ist das auch egal, denn sie kommen ja noch früh genug selbst dran mit dem Bankrott. Ja, je mehr sie einander helfen, desto mehr freuen sich wieder die Banken, denn es gibt noch mehr Kredite und damit noch mehr Zinsen, an denen man leicht und gut verdienen kann. Sind die Staaten zahlungsunfähig, geht es an die Währungen. Schmelzen die Währungen, geht es an die Guthaben der Bürger. Schmelzen diese, geht es ans Eingemachte: an das, was man leicht besteuern kann. Alles im Sinne der großen Umverteilung. Die Geldkrake vereinnahmt alles. Sie frißt Staaten, Kulturen, Menschen, Schicksale, ja sogar Sachen.

Ach so, das ist Ihnen zu negativ? Dann sorgen Sie jetzt vor! Alle dazu wichtigen Informationen finden Sie ebenfalls auf diesen Webseiten.

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