Bailout: Warum am Ende immer der Steuerzahler zahlen muß
Was ist ein "Bailout"?
Blickt man hinter die Kulissen unseres aktuellen, staatsseitig als legal abgesegneten Falschgeldsystems, so wird man entdecken, daß dieses am Ende auf den Bailout, nicht auf eigenverantwortlichen Konkurs der beteiligten Bankiers hinausläuft. Bail-out: das ist Rettung vor Bankrott durch Geld des Gesellschaftskollektivs — was nichts anderes bedeutet, als daß der unbeteiligte Bürger letztlich zur Schadenhaftung herangezogen und abkassiert wird.
Aber weshalb ist solch ein Bailout unvermeidlich? Weil die Geldkrake von vornherein so konzipiert worden ist: sie selbst bringt keine Werte hervor, sondern bewegt sich als bloßer Schmarotzer in einem leeren Raum und zieht fremde Werte zu sich heran.
Typische Frage des naiven Durchschnittsbürgers, wie sie bei den nun immer häufiger vorkommenden Bailouts wiederholt gestellt wird:
"Warum läßt man denn die betreffenden Banken (neuere Variante: die betreffenden Staaten) nicht einfach pleite gehen? Was haben wir als Bürger, die selbst fleißig und ehrlich sind, seit Jahren hart arbeiten und solide wirtschaften, überhaupt damit zu schaffen?"
Antwort: "Weil dann überhaupt erst herauskäme, wer in die Schulden involviert ist."
Aktuelles Beispiel: Griechenland-Bailout
Wer hier, beim drohenden Staatsbankrott des griechischen Staates, im Hintergrund involviert ist, das sind zumeist die großen Banken gerade derjenigen Staaten, deren Bürger obige Frage mit besonderer Entrüstung stellen. Es ist ja ihr eigenes Geld — um das einmal so holzschnittartig, aber im Kern zutreffend, zu sagen —, um das es geht und das hier, in Griechenland, von den Schuldnern verbraten wurde. Denn sie haben es ja selbst, in Deutschland, Frankreich, den Niederlanden, Österreich usw., zur Bank getragen und sich dort einen lächerlich niedrigen Zins als "Gegenleistung" aufschwatzen lassen. Die Bank zieht nun mit diesem Geld genau dorthin, wo am meisten Kredite an den Mann zu bringen sind. Das ist ihr Job, bzw. das ist die unmittelbare Folge des Ausgangskonzeptes, das der Geldkrake zugrundeliegt, und wer diesen Job mit ganz trockener, unerbittlicher Professionalität verfolgt, wird dann auch entsprechend dieser Logik handeln — denn schließlich geht es da ja nicht um Samaritertum, sondern um Profit, also Eigengewinn!
Das Moralisieren nützt hier nichts, auch nicht das Protestieren, auch keine wutentbrannten Proteste gegen "den Kapitalismus", keine Appelle an "mehr Gerechtigkeit" und keine Aufrufe zur "Enteignung der Super-Reichen" — alle diese Maßnahmen würden ja der Krake noch gar nichts anhaben können, denn sie bliebe immer noch still im Hintergrund und bräuchte nur geduldig auf die nächste Gelegenheit zu warten, um sich wieder mit fremden Werten vollzusaugen. Ob politische Linke oder Rechte, ob Kapitalismus oder Kommunismus, ob pro oder contra Umwelt, ob christlich oder mohammedanisch, westlich oder östlich — das ist ihr alles gleich. Solange das Papiergeldsystem an der Macht bleibt, wird sich gar nichts ändern.
Die Partnerschaft zwischen Politikern und Bankern
Auch wenn sich Politiker, gerade in jüngster Zeit, noch so kritisch gegenüber dem Berufsstand der Banker geben — hinter den Kulissen arbeiten beide Gruppen Hand in Hand. Denn praktisch jeder heutige Politiker propagiert eine politische Linie (ob sie sich nun im Militär- und Rüstungsbereich, im Gesundheitswesen, im Sozialbereich oder Bau- und Verkehrswesen, nicht zuletzt aber auch in der Umweltpolitik ausdrückt), die auf Krediten, also auf kontinuierlicher Schuldenmacherei basiert. Diese Politiker geben Geld aus, das sie gar nicht haben und das "natürlich", wenn wir vom herrschenden Geldsystem ausgehen, auch durch nichts gedeckt ist — das es also quasi noch gar nicht gibt. Die Banken wiederum verdienen nicht an Schuldenrückzahlung, sondern an den für die Schulden eingeforderten Zinsen, sowie an den ständig exponential wachsenen Zinseszinsen (Zinsen für die Zinsen). Das Verhältnis beider läßt sich durchaus mit dem Verhältnis von Drogendealer und Drogensüchtigem vergleichen.
Versteht man die Natur dieses Bündnisses, so erkennt man auch, weshalb es bei finanzieller Schieflage wichtiger Banken stets zum Bailout kommen wird: Dem Bürger wird seitens der Politiker erklärt, welch großer Schaden der Bürgergemeinschaft durch Zahlungsunfähigkeit der Banken entstünde. In Wahrheit wäre mit einem Offenbarungseid der Großbanken auch die Schuldenpolitik der Politiker gefährdet. Müßten sie am Ende gar einen Staatsbankrott zugeben, so wäre ihre eigene Existenz akut gefährdet. Denn auch der Staat selbst ist ja durch seine Staatsanleihen, mit denen er seine ständig wachsenden Ausgaben finanziert, Schuldner der privaten Großbanken. Und auch diese Staatsanleihen sind zuerst einmal "Geld aus dem Nichts" und komplett ungedeckt.
Fazit: Die Politiker betrügen ihre eigenen Wähler bzw. die nichtsahnenden Bürger zugunsten der Banker, und zwar deshalb, weil beide auf der Grundlage des Falschgeldsystems am selben Strang ziehen: die Banker zweigen einen immer größeren Anteil der vom Gemeinwesen erbrachten Leistungen für sich ab, und die Politiker treiben diesen Vorgang mit ihrer Schuldenmacherei energisch voran. Während der Bürger meint, es würde zu seinen Gunsten investiert und gewirtschaftet, ist er bloß das dumme Schaf, das erst geschoren und schließlich geschlachtet wird. Wenn hier steht "die Politiker", so sind das tatsächlich so gut wie alle, nämlich solange sie auf der Grundlage des ungedeckten Geldes wirtschaften und planen. Ein ehrlicher Politiker (die gibt es auch, siehe Ron Paul in den USA) würde sofort das Thema aufs Tapet bringen und auf Rückabwicklung der Geldkrake sowie der damit dicht verwachsenen und verfilzten Staatskrake drängen.
Kein Unterschied zwischen politischer Linken und Rechten
Wichtig ist nun, zu verstehen, weshalb es zwischen dem "rechten" und "linken" politischen Lager keinerlei wesentlichen Unterschied bezüglich dieser Rolle der Banken gibt. Zwar wird auf der linken Seite gerne über den Geldadel und dessen "unsoziales" Gebaren geschimpft, und Ungleichheit, exzessive Bereicherung und elitäres Gehabe der Milliardäre werden immer wieder gerne mit großem Elan angeprangert. Aber hinsichtlich der Schuldenmacherei sollte sich niemand von den Linken ein solideres Wirtschaften versprechen — früher oder später kann er sich nur über noch hemmungslosere Kreditaufnahmen wundern. Keynes, der Vordenker dieser auch von Gewerkschaften gerne als Heilmittel angeführten Richtung, läßt grüßen. Man nennt es gerne "Konjunkturprogramm" und verspricht dem Volk mehr Fürsorglichkeit der Staatsglucke, mehr "Gerechtigkeit" und natürlich auch wieder "mehr Wachstum" — alles durch eine hemmungslose Verschuldung, wie sie der neue US-Präsident Obama wenige Tage nach Amtsantritt seinem Volk in einer absurden Mogelpackung präsentierte.
Etliche Linke und Intellektuelle (auch aus dem Lager der Gesell-Anhänger) fordern als Weisheit letzter Schluß sogar die komplette Verstaatlichung des Bankwesens. Womit dann die Falschgelderzeugung jeglicher Kontrolle entzogen wäre. Staatswirtschaft und staatliches Geldwesen sind nun gerade das, was den Faschismus ausmacht (ich bezeichne hier beide Spielarten des Totalitarismus mit diesem Begriff: Kommunismus/Sozialismus auf der einen Seite wie Rechts-Faschismus, also z.B. Nationalsozialismus oder italienischen Faschismus auf der anderen Seite). Die faschistische Diktatur ist die ultimative Konsequenz des Falschgeldsystems und seiner Bailout-Strategie: denn irgendwoher muß ja schließlich die Deckung für all die aus dem Nichts erzeugten Papiergeldmengen herkommen. Gerade die in der Staatswirtschaft vertretenen Politiker werden wieder das "Gießkannenprinzip" anwenden, werden erst Versprechungen, dann Schulden zu deren Finanzierung machen und werden schließlich da etwas zu holen versuchen, wo noch etwas zu holen ist. Die Beachtung von hehren, wohlklingenden Prinzipien wie "Gerechtigkeit" und "Solidarität" läßt sich hier nicht erwarten, wenn bereits der erste Schritt Betrug und Eigennutz war.
Die Superreichen werden durch Steuererhöhungen und/oder Enteignungen, wie sie im letzten Stadium der Staatspleite beschlossen werden, gar nicht getroffen, haben sie doch ihr Geld längst an sicheren Plätzen und völlig anonym untergebracht. Ausgezehrt werden dann die restlichen noch übriggebliebenen ehrlichen Leistungsträger, ausgezehrt wird am bitteren Ende aber jeder Bürger. Denn die Krake ist zu einem unersättlichen Monster herangewachsen.
Das Primat des Geldsystems
Die Nötigung zum Bailout dokumentiert sehr deutlich das Primat, das das Geldsystem in der Wirtschaftspolitik inne hat. Politiker erwecken gerne vor der Öffentlichkeit den Eindruck, sie wären es, die über Wirtschafts- und Finanzpolitik des Staates entscheiden könnten. Auch die Massenmedien suggerieren dieses Bild. Aber es wird immer nur berichtet, was sich in der Öffentlichkeit abspielt, nicht, was im Hinterzimmer passiert. Wer einmal den Film "Casino" von Martin Scorsese gesehen hat, wird sich an die Szene erinnern, bei der das gesamte in der Spielbank eingenommene Geld durch einen bestimmten Raum geht, wo Stapel von Geld lagern und hin und her verschoben werden. Der Beauftragte der Mafia, die letztlich — aber eben völlig insgeheim — Inhaberin des Casinos ist, nimmt dort einfach die für seine Chefs bestimmten Geldstapel heraus, und keiner hindert ihn daran. Mit dieser Aktion befinden wir uns am Dreh- und Angelpunkt der ganzen Einrichtung: Es geht ausschließlich um Profit und Umverteilung für diejenigen, die das System im Verborgenen kontrollieren und steuern — die sich das ganze Konstrukt ausgedacht haben.
In der realen Welt vollzieht sich der Betrug noch um einiges perfekter, braucht sich doch nicht einmal jemand die Mühe zu machen, auf umständlichem Weg Geldstapel zu transportieren. Sondern mittels der drei im Beitrag Der Falschgeldbetrug enthüllten Tricks fließt das Vermögen automatisch zu den Drahtziehern des Schwindels. Die außerdem noch von jeglicher Strafverfolgung verschont bleiben. In unserem aktuellen Geldsystem, und damit auch in unserem Wirtschafts- und Finanzsystem, sind das die Großfinanziers. Von ihnen bekommt die Öffentlichkeit gar nichts mit. Stattdessen hampeln im Vordergrund bloß wichtigtuerische und eitle Politiker herum und verkünden "Entscheidungen". Keiner dieser Politiker könnte aber jemals eine Richtung einschlagen, die dem Casino und seinen Inhabern, also dem Geldsystem und seinen Urhebern, zuwiderliefe. Daher auch die unausgesprochene Nötigung, den Bailout von Großbanken oder sogar von Staaten vollständig auf Kosten derjenigen auszutragen, die sie eigentlich als ihre Interessenvertreter gewählt haben. Wenn also US-Präsident Obama lauthals proklamiert, er wolle die Großbanken kontrollieren und ihnen neue Bedingungen diktieren, so ist das ziemlich genauso lächerlich, wie wenn der Passagier eines Kreuzfahrtschiffes behaupten würde, er könne durch Blasen von Luft die Fahrtrichtung des Dampfers beeinflussen.
Noch einmal: Staatsfinanzen und Banken gehen Hand in Hand, und wer letztlich die Fäden zieht, das sind unsichtbare Großbankiers im Hintergrund, die damit inzwischen die gesamte Weltwirtschaft und damit auch ganze Staaten im Griff haben. Die einzige echte Alternative ist eine offene, nicht von oben gesteuerte Marktwirtschaft, die ihre eigenen Kräfte frei und ohne Deckelung entfalten kann und sich dann in freier Konkurrenz zu bewähren hat. Hierzu gehört ein echtes, wertgedecktes Geld, bei dem keine Schuldenblasen erzeugt werden können — ein Geld, bei dem keine unsichtbare Umverteilung in finstere Kanäle möglich ist, und bei dem nicht nachträglich Unschuldige zu Opfern gestempelt werden, die für einen Schaden bluten müssen, den andere angerichtet haben, während sich diese anderen gleichzeitig eines unverdienten Mega-Reichtums erfreuen.
Die aktuell herrschenden Kreise werden natürlich alles daran setzen, daß keine Veränderung des Geldsystems zustandekommt, denn was hier abläuft, ist ihr schmutziges Geheimnis. Umso mehr tut Aufklärung über die wirklichen Zusammenhänge not, und wer jetzt schon versteht, was gespielt wird, kann sich frühzeitig darauf einrichten. Die große Masse jedoch wird es nie verstehen. Und zu dieser ernüchternden Wahrheit gehört auch: daß es die Masse gar nicht interessiert, ob sie es versteht oder nicht.
Linksammlung zum Griechenland-Bailout
- Die Griechenland-Lüge, Radio Reschke, 4.3.2010
- Drängt Deutsche-Bank-Chefvolkswirt Mayer dramatisch auf deutsche Hilfsleistungen an Griechenland, weil die Deutsche Bank drinhängt?, Jahnke, 3.2.2010
- Wie die Dummheit der Anleger den Staat nun in den Bankrott treibt! Gerhard Kastner, 8.3.2010
- Der europäische Verzweiflungsfond, Peter Ziemann, 11.3.2010
- Deutsche Bank will an Griechenland-Krise verdienen, Goldreporter, Kommentar zu TV-Sendung Beckmann: „Griechenland in Not. Ist der Euro noch zu retten?“, 13.3.2010
- Dead men walking, Peter Ziemann, 12.3.2010
- Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann: „Griechenland muß aufgefangen werden“, Handelsblatt, 17.3.2010
- Der Inflationskurs ist festgelegt, krisenvorsorge.com, Gerhard Spannbauer, 19.3.2010
- La Bomba: Wie Spanien den Euro in den Abgrund reißt und die zweite Welle der Finanzkrise auslöst, www.propagandafront.de, 19.3.2010
- Euroraum droht Dammbruch, deutsche-handwerks-zeitung.de, 26.3.2010, nach deutscher Bailout-Zusage
- Merkels Umfaller, RR Blog, 26.3.2010
- Merkels Umfaller 2, RR Blog, 26.3.2010
- Merkels Umfaller 3, RR Blog, 26.4.2010
- .... und so geht es immer weiter (und immer schneller): Die Geldkrake verschlingt mit einem Happen 750.000.000.000 Euro, 11.5.2010
- Video zum EURO-Bailout, Der Klare Blick Blog, 19.5.2010
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