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Dieses Grundgesetz, das nach Vollendung der Einheit und Freiheit Deutschlands für das gesamte deutsche Volk gilt, verliert seine Gültigkeit an dem Tage, an dem eine Verfassung in Kraft tritt, die von dem deutschen Volke in freier Entscheidung beschlossen worden ist.
Artikel 146, GG

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Gerd-Lothar Reschke:
Selbsterkenntnis und die Erfahrung der Leere.
Logbuch 3.2006 – 12.2006


Engelsdorfer Verlag,
606 Seiten, 28,00 Euro,
ISBN 978-3-86703-016-8

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Unaufhaltsame Wandlung zum Faschismus

Wie ich schon vor einiger Zeit geschrieben habe, wird sich unser Staatswesen zu einer faschistischen Diktatur wandeln, und dieser Wandel ist unaufhaltsam. Weshalb? Und weshalb die starken Worte, die vielen noch wie unverantwortliches Untergangsgeplärr erscheinen werden — wo es uns Deutschen doch noch "so gut" geht und wir immer uns doch immer noch relativ behaglich im Lichte vieler bürgerlicher Freiheiten sonnen können?

Der einfache Grund: Diese jetzt schon angelaufene Transformation des Staates geht zwangsläufig mit dem Offenbarungseid des verbrecherischen Geldsystems einher. Beide sind untrennbar miteinander verknüpft. Der Staat muß und wird darauf reagieren, daß er auf der mit immer rasanteren Geschwindigkeit galoppierenden Zunahme von (staatlich dem Schein nach legalisiertem) Falschgeld bzw. Schuld- und Kreditgeld basiert, also letztlich auf ungedecktem und damit auch in letzter Konsequenz wertlosem Scheingeld. Wir erleben jetzt, wie dieses System Risse zeigt, und es wird immer mehr offenbar, daß es nicht mehr zu retten ist. Das Beispiel des hochverschuldeten Griechenland ist nur ein Vorgeschmack — man denke bloß nicht, die griechische Schuldenkrise hätte irgendetwas mit spezifisch griechischer "Mentalität" oder mit irgendwelchen unsoliden dortigen Gepflogenheiten zu tun! Im Grunde ist nicht nur Griechenland bankrott, sondern Deutschland und die anderen Staaten (EU, USA, China, Japan, Rußland, Indien usw.) sind genauso bankrott — und das schon lange. Bei irgendeinem beginnen nur zuerst die Dominosteine zu fallen, oder das Kartenhaus — das passende Bild hierzu kann sich jeder gerne selbst aussuchen.

Der Staat muß und wird, und jeder derart unsolide Staat muß und wird, darauf entsprechend reagieren. Ein sehr hartes und für jeden freiheitsliebenden Menschen schockierendes Beispiel sind die neuen Zwangsverordnungen der griechischen Regierung, wie sie am 9.2. bekannt geworden sind: Greek FinMin unveils tax reform, wage policy (Reuters). Augenfälligste Maßnahme: Bargeldgeschäfte über 1.500 Euro werden verboten. Hinzu kommen eine ganze Reihe strengster Überwachungsmaßnahmen, die allesamt grundlegende, in traditionellen Demokratien bislang selbstverständlichste bürgerliche Grundrechte per Notverordnung außer Kraft setzen. Genau wie es auch in Deutschland (und in den USA seit 2001) inzwischen üblich ist, nützt es dann auch wenig, auf irgendwelche Verfassungsrechte zu pochen und deren Befolgung vom jeweiligen Regime einfordern zu wollen, findet sich doch kein unabhängiges Gericht mehr, das gegen die immer dreister werdenden Beschlüsse der Herrschenden etwas auszurichten wagte.

Die Logik einer sich immer mehr zuschnürenden faschistischen Diktatur ist eine ganz simple: Sie argumentiert stets mit der Notwendigkeit der jeweils aktuellen politischen und wirtschaftlichen Lage (wenn nicht, durch passenderweise just ausgelöste Kriege oder zeitlich genehme Terrorverdächtigungen, auch noch das Moment der angeblichen Vaterlandsverteidigung hinzukommt). Diese Art von Regimes präsentieren sich dem Bürger nicht als verschlingende Monster, sondern als väterlich fürsorgliche Schutzinstanz (so wie man ja auch in den 30er Jahren plötzlich behauptete, die einfachen deutschen Bürger vor den behaupteten Machenschaften der Juden schützen zu müssen). Die Zwangsmaßnahmen werden aufgrund einer bereits vorher etablierten Eigenlogik als dringend nötige Hilfsmaßnahmen verkauft; man könne nun gar nicht anders, als so zu handeln; eine Argumentation des "wenn - dann" wird täglich neu hervorgekramt. Der einfache Bürger wird selten die wahren Motive solcher Propaganda durchschauen, einfach weil ihm auf allen Medienkanälen pausenlos suggeriert wird, es gäbe "keine andere Wahl". Sind nicht die Merkels, Sarkozys und Obamas unserer Zeit von morgens bis abends mit jedem ihrer Atemzüge nur ums Wohl ihrer Länder und deren Bevölkerungen besorgt, tun sie nicht alles, um etwaige Gefahren von unschuldigen Bürgern abzuwenden, sogar noch bevor sich diese überhaupt der auf sie lauernden Bedrohungen bewußt werden?

Mit ebendieser Art Logik wird der Bürger aus der Demokratie in die Diktatur geführt: bleibt er naiv und erfährt er nirgends etwas anderes, so stimmt er nämlich selbst der Entmündigung und Bevormundung dankbar zu. Ihm wird suggeriert, und er suggeriert sich zumeist auch gerne selbst, seine Interessen würden vom Staat gesichert und geschützt, das Regime sorge für "Ordnung" und tue "alles, was richtig und nötig ist", um das Wohlergehen der Mehrheit seiner Untertanen zu gewährleisten. Wir sind der Staat, der Staat sind wir — wir alle. Sie verschmelzen scheinbar harmonisch und zu allseitigem Nutzen miteinander; nie war die Symbiose inniger.

Faschistische Diktaturen zeigen sich den wenigsten während ihrer Inkubation; sie werden erst im nachhinein, vielleicht sogar erst etliche Jahre nach ihrem Kollaps, im historischen Rückblick als solche erkennbar. Wenn nämlich das System komplett gewechselt hat: dem staunenden und betroffenen Bürger wird dann vom neuen System erklärt, was am früheren so schlecht und am momentanen natürlich wieder viel besser sei.

Zurück zur Rolle, die das Falschgeldsystem bei alledem spielt. Auf das Offenbarwerden der Wertlosigkeit seines Geldes muß der Staat reagieren; bleibt das Phänomen seiner immer rasanter ansteigenden Verschuldung auch der allergrößten Majorität unverständlich und rätselhaft, so läßt es sich doch nicht dauerhaft vertuschen. Nach Umfragen fürchtet mittlerweile etwa die Hälfte der deutschen Bevölkerung, der deutsche Staat könne seine Schulden nicht mehr zurückzahlen. Das ist auf eine Art auch wieder ein makabrer Witz, da ja eigentlich jedem vernünftig denkenden Menschen sofort klar werden müßte, daß Schulden derartiger Größenordnungen ohnehin nie und nimmer beglichen werden können, und braucht man sich doch überhaupt nur deren aktuelle Wachstumsdynamik einmal anzusehen. Genauso gut könnten sich bei einer Umfrage 50% der Deutschen tief besorgt zeigen, daß es nochmals zu einem Sommer kommen könnte oder daß demnächst noch Wasser in den Ozeanen vorhanden wäre. Was wird der Staat aber tun, wenn klar wird, daß er bankrott ist? Ein Währungswechsel wird dann absolut unvermeidlich sein. Auch er wird natürlich wieder, entsprechend der oben erklärten Logik, als notwendig, hilfreich, sehr wohlbegründet und natürlich im Interesse aller liegend propagiert werden. Und wer nun meint, es käme dann endlich wieder zu einem gesunden, wertgedeckten Geld, der irrt sich gewaltig. Noch ist das Regime ja an der Macht, und dessen Macht, bzw. die Macht seiner heimlichen Auftraggeber, beruht ja gerade auf der Möglichkeit, durch Falschgeld zur gewünschten Umverteilung von Lebenskraft und Vermögen zu gelangen. Keine von diesen Instanzen ist durch die Krise auch nur annähernd in Bedrängnis geraten — ganz im Gegenteil: hat doch die angestrebte Machtverlagerung gerade jetzt ihr wichtigstes Etappenziel erreicht. Wem es schlecht geht, das ist der einfache Mann, nicht der Großfinanzier und nicht der Machtrepräsentant des Systems. Meine Vermutung und Befürchtung — aber ich sehe im Moment keine plausible Alternative — lautet, daß auf das gegenwärtige Papiergeld ein reines Daten- und Chipgeld folgen wird. Denn dieses paßt am besten zur gerade im Entstehen begriffenen neuen Art von Diktatur: der Info-Diktatur bzw. dem lückenlosen, durch Datensysteme realisierten Überwachungsstaat.

Dem Bürger wird auch das wieder als Erleichterung verkauft werden. Vermutlich wird dann fast alles nur noch bargeldlos ablaufen (wie man es jetzt in Griechenland schon anbahnt), so daß das Regime eine optimale Kontrolle nicht nur über alle Energie- und Wertströme besitzt, sondern auch noch jeden einzelnen Bürger per Datenfreigabe oder Datensperre ganz nach Belieben "ein- und ausschalten" kann. Die über 90% im System Integrierten, die auch noch dazu gebracht werden, an dieses System als eine Wohltat zu glauben, werden hierin kein Problem sehen, so wie ja auch jetzt schon die allerwenigsten in der immer mehr vervollständigten Erfassung und Weiterleitung ihrer persönlichen Daten irgendeine Gefahr zu erkennen vermögen. Dies kommt auch der Bequemlichkeit entgegen: Man braucht keine Formulare mehr auszufüllen, bei Ämtern Anträge zu stellen, beim Arzt lange über Krankenvorgeschichten und persönliche Merkmale zu sprechen oder sich mit diebstahl- oder verlustgefährdetem Bargeld abzuschleppen. Das läuft nun alles reibungslos und blitzschnell über die EDV-Systeme. Die Wenigen, die ein "Datenbann" trifft, fallen einfach aus dieser großen, mehr oder weniger zufriedenen Masse heraus und können sich nicht einmal beklagen, äußerlich unsanft behandelt worden zu sein. Die anderen denken: Es wird schon gute Gründe geben, weshalb manche hier aussortiert werden müssen. Hätten sie sich besser an die allgemeinen Spielregeln angepaßt, so wäre ihnen das sicher nicht passiert.

Zum Schluß ein kurzes Nachwort an diejenigen, die es mit dem Lesen trotz vieler Zweifel oder innerer Proteste bis hierhin durchgehalten haben, denen meine Ausführungen aber völlig überzogen und viel zu negativ und pessimistisch erscheinen. Was stellen Sie sich, wenn Sie die Tatsachen einfach mal so nehmen, wie sie sind, als andere Entwicklungsmöglichkeit vor? Woher soll plötzlich all das an Wert und Leistung kommen, was nötig wäre, um das Falschgeldsystem wieder mit Echtem zu versorgen und den drohenden Kollaps abzuwenden? Haben Sie, wenn Sie die aktuellen öffentlichen Diskussionen mitverfolgen, denn allen Ernstes den Eindruck, wir näherten uns einer Wiedergeburt des demokratischen Zeitalters mit zunehmender Bürgerteilhabe, Mitbestimmung, pluralistischen Medien, mehr Offenheit und Durchlässigkeit, weniger Zentralismus, weniger Bürokratie? Wir näherten uns einer Rückverteilung der vom Geldadel gehamsterten Milliarden und Billionen an die breite Masse, und das ohne Wiederauferstehung eines kommunistischen Enteignungsregimes, also im Rahmen eines zwanglos-freiwilligen Entgegenkommens der Wohlhabenden und Mächtigen? Schaut man sich diese Vision genauer an und zieht man den herrschenden desolaten Zeitgeist in Betracht, so muß das doch alles völlig naiv, unrealistisch und entlegen erscheinen. Keines der jetzigen, immer mehr seine Tentakel ausstreckenden Regimes wird seine Macht freiwillig abgeben. Die einzige Chance, die die Menschheit noch hat, besteht in einer umfassenden Systemkatharsis, bei der das immer weiter wuchernde Krebsgeschwür aus Bürokratie, Obrigkeits- und Kontrollmentalität, hemmungsloser Verschuldung, gleichgeschalteter Verlogenheit, besinnungsloser Unterhaltung und dümmlichster Ablenkung sowie materieller und ideeller Ausbeutung von Millionen, ja Milliarden von Menschen wieder abstirbt, ohne größtmöglichen Schaden anzurichten. Das ist die einzig realistische Hoffnung und positive Vision, die bei aller nüchternen Betrachtung am Ende bleibt.

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