Die Staatskrake als Abkömmling der Geldkrake
Eine der unweigerlichen Folgewirkungen der Herrschaft der Geldkrake (siehe Die Geldkrake — Näheres zu ihrem Zweck und Hintergrund) über das Wirtschafts- und Finanzwesen einer Gesellschaft besteht in der Aufblähung des Staates. Der Staat fängt an, das Leben der Menschen immer mehr zu vereinnahmen. Und zwar auf mehreren Ebenen zugleich. Einmal, indem er sich den Anschein zunehmender Fürsorglichkeit gibt ("Fürsorgestaat", "Sozialstaat", Wohlfahrtsstaat), dann wieder durch Aussaugen der von den Leistungserbringern erwirtschafteten Werte (Steuern, später auch Umverteilungen durch Enteignungen und sogenannten "Lastenausgleich"), außerdem werden die Anstrengungen zur Propaganda verstärkt, es kommt zu vermehrter Überwachung und zu einem Eindringen in die Privatsphäre. Mehr und mehr Grundrechte werden verwässert oder ganz außer Kraft gesetzt — immer mit der Rechtfertigung, dies liege "im Interesse aller". Das Endstadium dieser staatlichen Aufblähung, wenn klar ist, daß der Staat auch durch Schuldenmacherei nicht mehr zu retten ist, sind leider oft neu angezettelte Kriege, für die sich bekanntlich immer irgendein Grund finden läßt.
Die allermeisten Menschen verstehen nicht, was das alles mit der Geldkrake zu tun hat. In Wahrheit ist sie der tiefere Grund der staatlichen Aktionen: der Staat (und seine Politiker) wird immer mehr zum Getriebenen eines dekadenten, in sich hohlen und letztlich zerstörerischen Geldsystems. Kein Politiker vermöchte noch zu sagen, wie die immer stärker ausufernden Schulden jemals zurückgezahlt werden könnten. Auf entsprechendes Nachfragen, das mitunter in Wahlkampfzeiten von Privatleuten (nie von Medienvertretern) kommt, antworten die Verantwortlichen stets ausweichend und mit ablenkenden Beschönigungen. Man müsse noch abwarten, in den nächsten Jahren könne es ja auch wieder "aufwärts" gehen, und dann werde man weitersehen.
Die Titanic sinkt gerade, aber noch hält sie sich ja über Wasser. Einige, wie etwa der Konstrukteur, wissen, daß das Schiff untergehen muß und es keine Möglichkeit der Rettung gibt, aber so etwas würde nie offen zugegeben. Also speist man das gemeine Volk mit Vertröstungen ab und versucht es noch weiter bei Laune zu halten, damit keine Panik ausbricht. Geschieht dann das letzte Aufbäumen und die Fahrt in den Abgrund beschleunigt sich jäh, dann hört ohnehin keiner mehr auf diese Phrasendrescherei. Dann kommt die Realität zum Zuge, und jeder muß ganz alleine sehen, wie er die nächsten Sekunden überlebt.
Wenn der künstlich erzeugte, auf Scheinwerten, nicht echten Werten basierende Wachstumsboom des Falschgeldes zu kollabieren beginnt, weil auch mal etwas zurückgezahlt werden muß und Kassensturz angesagt ist, tritt das Geldsystem in die Phase der Banken-Bailouts ein. Hier ist der Punkt, an dem der Staat zur Staatskrake mutiert — selbst in Ländern, die vorher großen Wert auf Privatinitiative und Privathaftung gelegt haben. Denn es heißt ja, die Banken seien für das System lebenswichtig, als müßten sie auch unbedingt gerettet werden. Das ist insoweit richtig, als ja das System als solches auf der Falschgeldproduktion der Banken beruht — nur wußte das keiner (bzw. wußten es nur diejenigen, die von Anfang an eingeweiht waren und die ganze Entwicklung vorausschauend konzipiert hatten — MUST READ hierzu: Die Kreatur von Jekyll Island von G. Edward Griffin). Jetzt weiß man es, und wenn man es noch nicht weiß, erfährt man es früher oder später, denn nun betrifft es alle, die ganze Gesellschaft, einfach jeden einzelnen Bürgern. Der Staat muß die Banken retten, und das heißt nichts anderes als: die Gesamtheit der Bürger muß Werte in die Banken pumpen, damit diese das System weiter aufrechterhalten können. Die Alternative wäre: sofortiger Bankrott, und damit dann auch diejenige gesellschaftliche und kulturelle Katastrophe, die alle scheuen, die gerne in einer auf unechten, vorgetäuschten Werten fundierenden Gesellschaft leben: mit unbezahltem Konsum, unbezahlbarem Kredit und Verwischung der Unterschiede von echter und nur scheinbarer Leistung.
Aber da ja nicht alle Bürger auf einmal zahlen können oder zahlen wollen, übernimmt der Staat die Initiative. Er verschuldet sich nun nicht nur wie gewohnt (mit Summen, die man womöglich noch in 10 oder 20 Jahren abbezahlen könnte), sondern er verschuldet sich nun in einer astronomischen Dimension, die jegliche Möglichkeit einer Abzahlung von vornherein völlig fiktiv werden läßt. Damit ist der Staat endgültig zum Sklaven des Geldsystems und seines von den Initiatoren gewollten Defekts geworden: der Geldentwertung. Dieser Defekt entpuppt sich in seiner letzten Konsequenz als eine einzige gigantische Umverteilung. Alles, was sich noch an Werten im gesellschaftlichen Kollektiv befindet, wird nun endgültig herausgesaugt und landet in den Händen einer verschwindend kleinen Clique. Der Staat übernimmt hierbei die Rolle des Eintreibers, während der profitierende Geldadel weiterhin im Dunkeln bleibt und genauso astronomische Summen verdient, wie die Politik an astronomischen Schuldenzahlen generiert.
In der Öffentlichkeit spricht man dann mehr und mehr von einem bevorstehenden "Linksruck". Keynesianische Konjunkturprogramme, Roosevelts "New Deal", mehr oder weniger verhüllter Sozialismus spült dem "gemeinen Mann" scheinbar noch etwas Geld in seine Kassen und ermöglicht es ihm, inmitten der Krise noch eine Zeitlang mit geborgtem Wohlstand zu vegetieren. Aber auch diese Politiker der Linken sind Handlanger des Geldsystems — man könnte sie sogar als dessen letzte Vollstrecker bezeichnen. Denn es handelt sich hier um die allerletzte Phase des Scheingeldkonzepts, wo auch noch der allerletzte Wert aus dem System gepreßt wird, bevor es endgültig kollabiert. Der Staat soll helfen, aber er hat ja gar nichts, und er kann auch aus sich allein heraus gar nichts! Die deutsche Linke hat sich hierzu einen sehr bezeichnenden Slogan einfallen lassen: "Reichtum für alle!" Man kann sich nun fragen, wo dieser Reichtum denn herkommen soll. Aus einer Rückbesinnung auf die gute alte Selbstverantwortung und Kreativität unternehmerisch denkender Einzelner? Oder überlegt man nur, wie man ans Vermögen derjenigen gelangen kann, die noch etwas haben? Die Megareichen und der Geldadel werden das ganz gewiß nicht sein, denn sie haben sich schon längst anderweitig, auch international, abgesichert und sind mit den üblichen Besteuerungen gar nicht zu erreichen. Also schröpft man den Mittelstand, ja sogar, wenn's richtig mit dem Kollaps losgeht, auch die obere Unterschicht — wie gesagt jeden, der noch etwas hat. Bis dann gar nichts mehr zu verteilen übrig ist, denn vom Verteilen allein kommen ja keine neuen Werte zustande, und vom Verteilen der letzten Krümel wird man auch das Saugen der Geldkrake nicht stoppen können. Wie jeder effektive Schmarotzer stirbt sie erst, wenn der Wirtsorganismus selbst schon in seinen Todeszuckungen liegt.
Am Ende gibt es im Lande überall nur noch verbrannte Erde anzutreffen, und was aus den Schicksalen der Menschen wird, läßt sich höchstens vermuten bzw. befürchten: sind sie verhungert, haben sie sich gegenseitig totgeschlagen, jubeln sie einem neuen Tyrannen zu, der ihnen verspricht, mit all dem Wahnsinn, den seine Vorgänger angerichtet haben (die immer noch das System retten wollten), "gründlich aufzuräumen"? Die Geschichte wiederholt sich eben doch, denn all das ist schon oft genug passiert, und wenn dann wieder dasselbe Lügen und Leben-über-die-Verhältnisse, wie es ungedecktes Kreditgeld impliziert und seiner ganzen Natur nach perfekt verkörpert, von neuem losgeht, dann ist bereits der Keim für die nächste Katastrophe gesät.
Noch etwas zur kommenden Bundestagswahl. Wer obiges verstanden hat, wird gemerkt haben: Die Schafe können links oder rechts wählen, grün, gelb, blau oder braun — geschoren werden sie so oder so. Denn bei diesen ganzen Scheinalternativen handelt es sich mit Sicherheit nicht um eine Entscheidung über das dahinterstehende System selbst, und daß über dieses nicht abgestimmt werden darf, ja daß es nicht einmal erwähnt, thematisiert und zum Gegenstand öffentlicher Debatten gemacht wird, dafür haben raffinierte Fädenzieher aus den einschlägigen Interessenkreisen schon längst gesorgt. Heutige Politiker der Scheindemokratien (USA, EU-Länder usw.) haben nicht im geringsten das Sagen, sondern sie sind bloß Marionetten einer Struktur, die sie auserkoren hat, weil sie sich so gut dazu eignen, von ihr benutzt zu werden: aufgrund ihrer Eitelkeit, ihrer aufgeblähten Scheinwichtigkeit und Selbstbezogenheit und ihrem Streben nach dem, was sie irrtümlich für "Macht" halten.
Der Rest an politischer Auseinandersetzung sind nur Sandkastenspiele zur Ablenkung und Unterhaltung, Sportveranstaltungen gleich, wo der Zuschauer auf der Tribüne mit der Frage beschäftigt und vereinnahmt wird, wer wohl "Erster" oder "Zweiter" werde und ob der "Aufholende" beim Rennen nicht vielleicht doch noch eine echte Chance auf den Sieg habe.
Die Leute merken gar nicht mehr, wie unreif, dumm und kindisch das ist. Sie sind längst eingelullt und verblödet worden. Ihre Aufmerksamkeit wird nicht anders gefesselt als bei einem Säugling, dem man die bunte Rassel vor die Nase hält und der dann nichts anderes mehr sehen mag. Das System selbst — Geldsystem, Wirtschaftssystem, Fernsehen, Rundfunk und andere Medien, Kriegsrüstung, Subventionierungen, Besteuerung, Erziehungssystem oder das Krebsgeschwür eines verselbständigten Bürokratiewachstums — stand nie zur Debatte. Das Volk ist kein Souverän (wie in den meisten Verfassungen pathetisch verkündet), sondern bloß der Betrogene und das Opfer, wenn nicht der Sklave. Oder schlimmer noch: Es ist sogar freiwillig Sklave, freiwilliges Opfer eines Ausbeutungssystems, das ihn trotz allen technischen Fortschritts genauso in der Tretmühle laufen läßt wie in früheren Jahrhunderten, ihn genauso unfrei und entwürdigt vegetieren läßt wie in früheren Jahrhunderten, ihn genauso mit ideologischer Gehirnwäsche betäubt wie in früheren Jahrhunderten (wenn nicht noch mehr) — nur merkt man es nicht, weil es zu jeder Zeit andere Formen angenommen hat und andere Tricks der Beeinflussung und Verführung verwendet werden. Die Basis all dessen ist immer der Verzicht auf eigenes Nachdenken, Überprüfen und Untersuchen, ist die Abgabe der Eigenverantwortung zugunsten der scheinbar "Mächtigen".
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