Der Falschgeldbetrug 3 – Papiergeld und das Verschwinden der realen Goldreserven
Die Rolle des Goldes in bezug auf Papier- bzw. Fiatgeld
Zuerst der Grundansatz: Wenn wir von Falschgeld, also von ungedecktem Geld sprechen, erhebt sich für jeden, der der Sache etwas näher auf den Grund zu gehen versucht, die Frage, wie lange der Schwindel aufrechterhalten kann bzw. wann er auffliegt. Die "Pragmatiker" (ich würde sie eher zu den gehirngewaschenen Mitläufern rechnen) sind ja der festen Überzeugung, was bisher funktioniert habe, werde wohl auch weiterhin funktionieren: das heißt, wenn die Wirtschaft mit ungedecktem Papiergeld so gut arbeiten könne wie bislang, so werde das sicher auch noch viele, viele Jahre so weitergehen, und wenn es eine Krise gebe, so könne die Regierung und die Zentralbank immer noch korrigierend eingreifen (will heißen: das Vertrauen in die Währung jederzeit wiederherstellen). Konkreter: Man könne im System des ungedeckten Fiatgeldes theoretisch immer mehr Schulden aufnehmen und immer mehr "Geld aus dem Nichts" produzieren, ohne daß es zur Zahlungsunfähigkeit und damit zum Systemkollaps komme.
Mal abgesehen davon, daß für den gesunden Menschenverstand sofort offensichtlich wird, wo die Schwachstelle dieser Art seltsamer "Zauberei" liegt, sind wir alle leider in der gegenwärtigen Situation voll diesem Denken ausgeliefert, denn es regiert die Welt mehr als jegliche andere Denkweise oder Regierungsform. Es stellt sich also die Frage: Wie wird es weitergehen? Fiatgeld hat einen natürlichen Gegenspieler: Edelmetalle als in mehreren tausend Jahren historisch gewachsene Währungen, deren Wert nicht manipulierbar ist, weder von Regierungen, noch von Banken oder Notenbanken. Wird die Wertlosigkeit des Papiergelds offenkundig, dann kommt es sofort zu einer Flucht in diese Sicherheiten, da echte Werte mehr Vertrauen einflößen als nur scheinbare Werte. Aus ebendiesem Grund wird — insbesondere seit dem Ende der Wertbindung des US-Dollars an Gold (1971) — Gold von den Notenbanken im Wert gedrückt. Diese Drückung wurde auch von den Verantwortlichen angekündigt und zugegeben. Andererseits benötigen die Staaten und die Zentralbanken immer noch Gold, um ihre Zuverlässigkeit als potentielle Zahler zu gewährleisten.
Werden wir von den Regierungen über die Goldvorräte belogen, und mit welcher Absicht?
Mit den weiteren Überlegungen begebe ich mich, wenigstens zum Teil, auf ein spekulatives Gebiet, aber dennoch (oder gerade deshalb) sollte einiges sehr spannend und interessant werden. Denn eine Frage, deren Brisanz in nächster Zukunft immer deutlicher in den Vordergrund drängen wird, lautet: Werden wir von unseren Regierungen über den tatsächlichen Umfang der Goldvorräte getäuscht? Gibt es inzwischen weniger reales Gold als in den offiziellen Statistiken genannt? Wird diese Tatsache (falls wahr) verheimlicht, um das Papiergeldsystem vor dem drohenden Kollaps zu bewahren?
Wäre das tatsächlich so, und käme ein derartiger Betrug an die breite Öffentlichkeit, so würde das in kürzester Zeit zu einem brutalen Crash nicht nur des Papiergeldsystems, sondern auch der damit eng verbundenen Regierungen sowie für die gesamte Wirtschafts- und Finanzwelt führen. Denn das Vertrauen in die Möglichkeit, für die Verpflichtungen überhaupt noch real einstehen zu können, wäre fundamental erschüttert und auf Jahre, ja sogar auf Jahrzehnte hinweg komplett zerstört.
Ob das Gold in der von US-Regierungsstellen behaupteten Menge noch vorhanden ist, weiß auch deshalb keiner, weil diese Stellen seit mehr als 50 Jahren keine unabhängige Überprüfung durch Inventur (audit) mehr zulassen. Auch die Versuche der GATA (Gold Anti-Trust Action Committee), eine solche Untersuchung juristisch zu erzwingen, wurden bislang abgeschmettert.
Nun mehren sich aber genau diese Anzeichen, daß tatsächlich manipuliert wird. Herausgekommen ist z.B., daß der Großteil der Goldvorräte der Bundesrepublik Deutschland nicht etwa hier in Deutschland, sondern in Manhattan, in den Kellern der Federal Reserve Bank von New York, gelagert ist. Man kann inzwischen wohl als gesichert annehmen, daß die deutsche Regierung keine Möglichkeit sieht, ihr Anrecht auf diese Vorräte geltend zu machen, da es sich vermutlich um eine Pfandleistung für Wohlverhalten in verschiedenerlei Hinsicht handelt. Noch schlimmer ist jedoch die Möglichkeit, daß dieses Gold dort physisch gar nicht mehr vorhanden, sondern verliehen ist. Eine andere Möglichkeit ist die Mehrfachbeleihung ein und derselben tatsächlichen Menge, eine dubiose Methode, die bekanntlich als fractional banking im Fiatgeldsystem gang und gäbe und für die Erzeugung leerer Kreditblasen verantwortlich ist (siehe Der Falschgeldbetrug 1, dort: Trick 2).
Die Verleihung physischen Goldes, sowohl deutschen wie des US-Goldes, das etwa noch in Fort Knox eingelagert sein soll, ist eines der Hauptmanöver bei der Goldpreisdrückung. Diese Goldpreisdrückung, die aus oben genannten Gründen von höchst politischer Natur ist, kann aber nur funktionieren, solange noch Vorräte vorhanden sind. Sobald sich diese erschöpfen, gibt es keine Möglichkeit mehr, die Manipulation fortzusetzen. Wenn das wirklich passieren würde, so würde sich wieder einmal das bekannte Sprichwort von neuem bestätigen: Lügen haben kurze Beine. Oder umgekehrt herum: Ehrlich währt immer noch am längsten.
Linkempfehlungen für allerhand spannende Entdeckungen
- We Have A Right To Know, James Turk, Freemarket Gold & Money Report, 13.12.1999
- Deutsche Bundesbank: Geschäftsbericht 1999: "Gold und Goldforderungen", siehe S. 174 und S. 182, 31.12.1999
- What Is Happening to America's Gold? James Turk, Freemarket Gold & Money Report, 23.7.2001
- How Governments Manipulate the Gold Market – A Primer, James Turk, Freemarket Gold & Money Report, 6.10.2003
- Die Goldverschwörung: Ein Blick hinter die Kulissen der Macht, Interview von Jim Puplava mit Ferdinand Lips, 6.5.2004
- Die Gold-Verschwörung, Benjamin Seiler, zeitenschrift.com, 2004
- GATA deckt Goldmanipulation auf, Benjamin Seiler, zeitenschrift.com, 2004
- Woher kommt das Gold für die Preisdrückung? Walter K. Eichelburg, hartgeld.com, 13.11.2008
- Befindet sich überhaupt noch Gold in Fort Knox, dem sichersten Tresor der Welt? Bericht in times online, 28.3.2009
- Where's The Gold?, Nathan Lewis, The Huffington Post, 26.6.2009
- How Much Gold Is In Fort Knox? mpelembe network, 20.8.2006
- Die Dollarfalle / Die Goldreserven / Berlin verheimlicht, wo die Goldreserven liegen, Beitrag in wallstreet-online.de, 30.5.2009
- Mister Greenspan sitzt auf Deutschlands Goldschatz – Barren der Bundesbank unter dem Pflaster von Manhattan, Dr. Markus Zimmermann
- Finanzexperte entdeckt US-Goldexporte im Rekordwert von 175 Mio. Unzen, Susanne Hamann, Kopp-Verlag, 7.7.2009
- Die deutschen Goldreserven und die ersten 11 Goldinhaber der Welt, Kommentar in zeit online, 26.7.2009
- Germany's gold is in U.S. custody, Bundesbank confirms, Chris Powell, GATA, 9.8.2009
- hartgeld.com / Leserzuschrift: Geheime US-Goldexporte: Statistik des Hafens von New York, 14.8.2009
- Deutsches Gold in USA, Lars Schall, mm-news, 15.8.2009
Nachbemerkung
Ich werde alle neueren Entwicklungen und Informationen zu diesem Thema in den kommenden Wochen und Monaten genau mitverfolgen und hier weiter darüber berichten...
Neues
- Nur 80 Tonnen in Frankfurt und Peer der Bär, Gelbes Forum, 16.8.2009
- In den Tresorräumen in Frankfurt liegen nur etwa 80 Tonnen, d.h. knapp über 2% des Gesamtgoldes.
- Aus physischem Gold wurden inzwischen in offiziell amtlicher Sprache "Goldforderungen" (!).
- Der Finanzminister weiß nicht, wo das Gold liegt, für das er (dem Volk gegenüber) verantwortlich ist.
- Steinbrück: Teile des Goldes werden verkauft, "damit der Goldpreis stabil bleibt".
- Wo lagert das Gold der Bundesbank?, Dietmar Siebholz, Goldseiten, 17.08.2009
Wie zu sehen ist, schwebt dieses allzu lange im verborgenen gehaltene Thema gerade ganz aktuell in der Luft und zeitigt die verschiedensten Stellungnahmen. Dieser Link hier ist von heute morgen, 7 Uhr, einen halben Tag nach Erscheinen meines Beitrags. Je mehr Reaktionen in der Öffentlichkeit eintreffen, desto schwerer wird es den Verantwortlichen fallen, ihr Ziel zu erreichen und die Sache weiterhin totzuschweigen. Das Schlimmste, was ihnen passieren könnte (und gleichzeitig das beste für uns, die Bürger): wenn die Angelegenheit just vor der "Wahl" weitreichend publik werden würde.
- 20.8.2009: Ich habe die Überschrift dieser Seite von "Papiergeld und die Vertuschung der realen Goldreserven" in "Papiergeld und das Verschwinden der realen Goldreserven" geändert. Läßt sich das so behaupten: daß das (deutsche) Gold (aber auch das Gold anderer Staaten, z.B. der USA) bereits verschwunden ist, d.h. verkauft oder verliehen wurde? Ich denke: ja.
Tatsache ist doch, daß im Bundesbankbericht in der entsprechenden Rubrik über Gold inzwischen die Formulierung "Goldforderungen" auftaucht. Das heißt doch nichts anderes, als daß das Gold bzw. ein Teil davon (über die Größe dieses Teils kann man nur vermuten) physisch nicht mehr vorhanden ist, sondern daß Forderungen nur noch auf dem Papier bestehen. Was das bedeutet, brauche ich wohl nicht weiter zu erklären.
Das Verweigern klarer Auskünfte seitens der zuständigen deutschen Behörden und Funktionsträger spricht ebenfalls eine deutliche Sprache. Es wäre ja ein leichtes — und gewisse Sicherheitsinteressen würden es kaum verbieten —, mit den grundsätzlichen Informationen herauszurücken und hinreichende Klarheit zu schaffen: eben wenn man nicht aus anderen als aus Sicherheitsgründen etwas zu vertuschen hätte. Frappant finde ich die kriecherisch-demütige Art, mit der Presse und Öffentlichkeit zu diesem Thema Fragen stellt, und genauso frappant sind dann die gespreizt-dünkelhaften und wenig bis nichts aussagenden Auskünfte der Verantwortlichen. Typisch deutsch ist das alles. Man kriecht, gehorcht, buckelt — aber an der Obrigkeit zu zweifeln erscheint ungeheuerlich. Dabei wären die deutschen Goldreserven nichts anderes als ein Besitz des gesamten Volkes. Gewesen.
- Gold Manipulation: “They are about to hit the wall”, Interview mit Bill Murphy (GATA), siehe ab 2. Drittel des Textes, 31.8.2009
- Hong Kong recalls gold reserves, touts high-security vault – In a challenge to London, Asian states invited to store bullion closer to home, MarketWatch, 3.9.2009
Hongkong geht den längst fälligen Schritt, vor dem die Deutschen jedoch gegenüber den USA zurückscheuen. Sie bringen ihr Gold in Sicherheit (sofern sich jetzt nicht sogar herausstellt, daß es bereits fort ist).
- EZB-Goldforderungen übersteigen echte Goldbestände um das 20-fache, Goldreporter, 13.11.2009
- Der OSCAR für die dreisteste Desinformation geht am 15. März 2010 an die F.A.Z., absolut entlarvender Beitrag von lupo cattivo zum FAZ-Artikel "Bundesbank sorgt sich um ihre Goldreserven", 15.3.2010
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