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Dieses Grundgesetz, das nach Vollendung der Einheit und Freiheit Deutschlands für das gesamte deutsche Volk gilt, verliert seine Gültigkeit an dem Tage, an dem eine Verfassung in Kraft tritt, die von dem deutschen Volke in freier Entscheidung beschlossen worden ist.
Artikel 146, GG

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Gerd-Lothar Reschke:
Selbsterkenntnis und die Erfahrung der Leere.
Logbuch 3.2006 – 12.2006


Engelsdorfer Verlag,
606 Seiten, 28,00 Euro,
ISBN 978-3-86703-016-8

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Vom konsumierenden Schmarotzer zum Sklaven

Das Elementarste beim Sklavendasein ist die Angst vor der Freiheit (also: der Selbstverantwortung, aber auch vor den eigenen positiven Möglichkeiten). Der normale deutsche Angestelltendepp ist froh und dankbar, jemand über sich zu haben, der ihm sagt, was er tun soll. Dann braucht er sich nämlich nicht selbst zu überlegen, was er eigentlich am liebsten täte. Er kann immer jemand anderen "verantwortlich machen". Er macht also dann auch scheinbar keine Fehler (Fehler machen ja immer nur die "Verantwortlichen"). Daß er den größten und schlimmsten aller Fehler begeht — sein Leben zu verkümmern und damit auch sich selbst —, merkt er nicht. Außer daß er sich durchgehend schlecht fühlt: unzufrieden, unausgefüllt, ständig mit Dingen beschäftigt, die ihn an seiner Umwelt stören, unglücklich, ja neidisch und verbittert.

Den Begriff "Existenzangst" finde ich sehr bezeichnend: Diese "Existenzangst" ist eine Angst, zu existieren (selbst zu leben und Dinge zu initiieren und zu gestalten, und sich dabei auch gegen Widerstände durchsetzen zu müssen) — der Betreffene hat noch gar nicht angefangen, zu existieren, sondern will gleich in der Säuglingsrolle des Versorgten bleiben. In diesem Zusammenhang werden dann Fragestellungen von "Sicherheit", "Versicherung", "sichere Existenz", "Absicherung" usw. aufgebracht. Hier drückt sich die Angst vor dem Leben selbst aus. Es könnte ja etwas Unvorhergesehenes "passieren".

Je mehr Angst man hat, desto mehr Absicherung meint man zu brauchen, und je mehr Absicherung (z.B. in Form von Geld oder scheinbar sicherer Arbeit) man zu haben glaubt, desto größer wiederum die Angst, dies zu verlieren. Die Angst wird immer stärker und läßt sich nicht mehr ausräumen. Deshalb muß man immer noch mehr konsumieren und sich beschäftigen und ablenken, wenn es sein muß auch mit völlig unsinnigen Marotten, Hobbies und/oder Scheinproblemen.

Der Typus dessen, der nicht mehr selbst leben und handeln will, sondern konsumiert und schmarotzt, während er versorgt wird (von den Eltern, dann vom Staat und von der Obrigkeit), paßt perfekt zur heutigen Zeit und zur Wirtschaftskrise. Die Angst vor der Freiheit und vor dem Leben ist so groß, daß von vornherein auf Risiken verzichtet wird und man sogar bereit ist, sich komplett ausnutzen und ausbeuten zu lassen. Natürlich ist das der Tod jeglicher Demokratie. Über die Politiker zu schimpfen, die dort übrigbleiben, gehört ebenfalls mit zum Spiel. Die Bürger sind dann keine freien Menschen mehr, die ihr Leben selbst gestalten, sondern eine einzige dumpfe, blökende und verblödete Schafherde — bereit, abgeschlachtet zu werden.

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